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Fünf Learnings über Marken in Extended Realities

by Jessica Wegelin June 25, 2018

Als Designer bewegen wir uns in Extended Realities (XR) auf Neuland. Nur selten bekommen wir die Chance, Anwendungen für neue Technologien zu konzipieren und uns neuen gestalterischen Herausforderungen zu stellen. Dabei geht es nicht nur darum für eine weitere Dimension zu gestalten, die ganz eigene Paradigmen mit sich bringt. Es gilt auch für ein immersives Medium zu gestalten, das deutlich mehr Designaspekte vereint, als screen-basierte Medien. Elemente wie Raum und Environment, Beleuchtung, Sound und Haptik müssen konsistent zusammen wirken, um ein einheitliches Bild im Sinne der Marke zu vermitteln.

Das vollständige Eintauchen in eine virtuelle Welt oder die erweiterte Realität verstärkt außerdem den Effekt auf den Nutzer. Im Gegensatz zu screen-basierten Anwendungen, die immer mit einem gewissen Abstand betrachtet werden, bewirkt die Immersion in Extended Realities ein intensiveres Erleben, wodurch auch der potentielle Effekt der Marke um ein Vielfaches verstärkt wird. Umso wichtiger wird die markengerechte Gestaltung in Extended Realities.

Doch wie entwickelt man als Gestalter eine Marke für den virtuellen dreidimensionalen Raum? Und wie schafft man es, eine etablierte Marke für diese neuen Medien zu transformieren? Wir haben die fünf wichtigsten Learnings aus unseren Extended Realities Projekten für euch zusammengestellt.

Von Jessica Wegelin

 

1. Think Strategic

Ein stabiles Markenfundament ist die Ausgangsbasis für eine markengerechte Gestaltung — in allen Medien. Der Branded Interaction Design Prozess hat sich auch in Extended Realities Projekten bewährt: Für jeden Markenwert formulieren wir Designprinzipien, die das Verhalten der Marke gegenüber den Nutzern definieren.

Die klassischen Designdisziplinen wie Look & Feel, Animation, Transitions usw. sollten dabei um spezielle Designaspekte für Extended Realities ergänzt werden. Dazu gehören zum Beispiel das Look & Feel des Environments, das Raumgefühl und die Beleuchtung, Force Feedback oder Sound.

 

2. Be Bold

In einem neuen Medium darf sich eine Marke mutiger präsentieren. Im Grunde genommen muss sie das sogar, denn die mit Extended Realities verbundenen Nutzererwartungen gehen über das bereits Gesehene hinaus. Von einer bekannten Marke in Extended Realities wird erwartet, dass sie überrascht und begeistert. Virtual, Augmented und Mixed Reality bieten die richtige Plattform dazu.

Wichtig dabei ist, dass der Use Case zur Marke passt und einen essentiellen neuen Wert für Kunden oder Mitarbeiter schafft. Man sollte vermeiden, eine Anwendung zu konzipieren, nur um einen XR Case zu haben. Nur so kann die Anwendung zur positiven Wahrnehmung der Marke beitragen.

 

3. Combine the good with the new

Die erste Frage, die sich bei jeder Gestaltung stellt ist: Welche Elemente übernehmen wir aus bestehendem Corporate Design und welche neuen Elemente muss es geben?

Zentral ist natürlich das Logo, das seinen Einsatz zum Beispiel im Splash Screen der Anwendung findet. In unseren Projekten haben wir eine reduzierte Variante der Farbpalette verwendet, zum Beispiel ein dunkler Ton als Basis für Layer usw. und ein hellblauer Ton für zentrale Gestaltungselemente. Außerdem gibt es oft bereits Interaktionselemente, deren grundsätzliches Look & Feel sich auf Extended Realities übertragen lässt.

Für unsere Extended Realities Projekte haben wir zusätzlich einen eigenen Effekt entwickelt, der auf der bestehenden Farbpalette beruht und als animiertes Feedback oder Transition eingesetzt wird. Dadurch schöpfen wir das Potential der Extended Realities aus und entwickeln das Corporate Design im Sinne der Marke weiter.

 

4. Mind the details

Das Ganze ist immer mehr als die Summe seiner Teile. Das gilt auch für Extended Realities Anwendungen: Die Summe der Designaspekte macht das Markenerlebnis aus und deren richtiges Zusammenspiel bestimmt darüber, ob sich das Ganze rund anfühlt.

Durch die Vielzahl an Designaspekten, die in Extended Realities zusammenkommen, kann es schnell passieren, dass die Gestaltung einzelner Aspekte zu wenig ins Detail geht, doch sollten Ambiente und Sound, Interaktionen und Force-Feedback usw. aufeinander abgestimmt sein.

Außerdem sollten die einzelnen Aspekte innerhalb der Anwendung möglichst kohärent gestaltet werden. Design Patterns müssen für verschiedene Kontexte und Cases innnerhalb der Anwendung funktionieren und medienübergreifend gedacht werden.

 

5. Design for eyes and ears

„Sound is 50% of the VR experience“ schreibt Casey Fiktum in seinem Buch ‚VR UX‘. Denn Sound spielt nicht nur eine zentrale Rolle als Feedback auf Nutzeraktionen, sondern kann auch helfen, Interface-Elemente besser in die virtuelle oder reale Umgebung zu integrieren (zum Beispiel indem Transitions auditiv unterstützt werden) oder als 3D Sound der Orientierung dienen.

Anwendungen für Mobilgeräte oder AR Headsets müssen natürlich auch ohne Sound funktionieren, da sich die Nutzer oft im öffentlichen Raum befinden oder während der Nutzung mit anderen Menschen in ihrer Umgebung sprechen.

Insbesondere in VR schafft Sound aber vor allem Atmosphäre und hat damit entscheidenden Einfluss auf die Marke.

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