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Resonate 2013 + WIR … hier unsere Eindrücke aus Belgrad!

by Jordi Tost March 28, 2013 No comments

Anlässlich des New-Media-Festival Resonate 2013 waren wir letzte Woche in Belgrad. Die Atmosphäre dort war sehr inspirierend und motivierend. Wir fühlten uns sehr wohl und hatten eine Menge Spass.

Nach einer kurzen, aber anstrengenden Woche, freuten wir uns nun darauf, in den Flieger nach Belgrad zu steigen. Nach Problemen mit unserem Flug, reisten wir mit einer anderen Maschine gesund in die warme Hauptstadt Serbiens. Wir waren bereit für die nächsten aufregenden Tage.

Am Donnerstag fanden die Workshops statt. Ich nahm an dem “Computer Vision in Interactive Arts” Workshop mit Golan Levin and Kyle McDonald teil, worauf ich als Ton- und Bild-Ingenieur und Programmierer im Vorfeld sehr gespannt war. Wir haben verschiedene Signal-Verarbeitungs-Techniken und Entwicklungs-Toolkits, um tolle Interaktionen mit Processing und openFrameworks zu programmieren, kennen gelernt. Um nur einige zu nennen, hier eine kleine Auflistung: Face Tracking, Body Tracking, Bewegungserkennung, Projection Mapping, usw. Es war sehr inspirierend und die 6 Stunden Stehen (es gab nicht Platz für alle) haben sich gelohnt. Hier ein Foto von Kyle McDonald:

Im Anschluss besuchten wir alle das Konzert von Pantha du Prince, das im Rahmenprogramm des Festivals stattfand. Aufgeheizt durch die wunderbaren Klänge von ihm, gingen Andreas und Nadine erfolgreich auf Entdeckungstour durch das Nachtleben von Belgrad.

Am Freitag begann der Tag mit dem Vortrag der Spanierin Raquel Meyers und ihren Text-Mode-basierten Arbeiten: 8-bit-Grafik und Animationen. Danach sahen wir die Augmented-Reality-Projekte von Camille Scherrer. Sie stellte uns vor, wie man Tradition und neue Technologien miteinander verbinden kann. Sehr interessant waren die aus Berlin angereisten Game-Designer von Spaces of Play. In ihrem Vortrag präsentierten sie nicht nur ihre Arbeiten, sondern ihnen ging es mehr um neue Interaktionen und Emotionen in Videospielen. Besonders genial fanden wir das “4 Minutes and 33 Seconds of Uniqueness” Spiel, das auf dem Werk 4’33” von John Cage basierte. Wer neugierig ist, kann es hier kostenlos herunterladen. Es lohnt sich. Nach der Mittagspause sind wir ein bisschen Zeit spazieren gegangen, und sahen uns die Festung von Belgrad an. Da wir den Vortrag vom Media-Künstler und Ingenieur Golan Levin nicht verpassen wollten, sind wir schon kurz danach wieder in das Dom Omladine, wo das Festival stattfand, zurück. Golan hat über Defamiliarization, über neue Metaphern in der Interaktion gesprochen, und darüber, wie wir Inspiration in unserer eigenen Kindheit finden können.

Er bekam den größten Beifall des Tages. Abends gab es erneut ein Konzert, diesmal von Mouse On Mars.

Der erste Vortrag am Samstag war von dem Berliner Studio NAND. Ihr Thema war das Experimentieren mit neuen Darstellungsformen im Austausch und in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Forschung-Labs. Danach präsentierte Cohen Van Balen ihre fiktive Arbeiten, die Biologie und Technologie vereinen. Eine Idee von ihr war, das Tauben mit einer bestimmten Bakterienart injiziert werden könnten, um ihre Exkremente zu Seife werden zu lassen. Für die Veranschaulichung zeigten sie Fotos und ein Video. Weitere Ideen waren ein Produkt, das nur hergestellt werden kann, wenn die Arbeiter am Fließband eine besondere Choreografie machen, oder die Produktion von Elektrizität durch das menschliche Appendix:

Über Expressivität in digitaler Kunst und Installationen hat Memo Akten geredet. Sein Vortrag war auch sehr inspirierend. Der letzte Vortrag vor der Mittagspause war von Klaus Obermeier. In seinen Arbeiten fokussierte er sich auf Tanz-Performances und Body-Projections. Nach dem Workshop am Donerstag mit Kyle McDonald, war ich auf seinen Vortrag besonders gespannt. Kyle McDonald ist der Community Manager von openFrameworks. Er hat opensource Computer Vision Bibliotheken entwickelt, besonders für Face und Body Tracking. Er ist auch ein Aktivist für die Demokratisierung des Internets und Open Source Codes. Da er seine Arbeiten immer veröffentlicht, verdient er nicht so viel, trotz der tollen Sachen, die er macht. Ihm ist es wichtiger, das die Menschen durch solche Veröffentlichungen, die Welt ändern können: “There is an infinite amount of energy out there. If you put more of your stuff out there and engage with people who are doing things because they love it and not because they are getting paid for it, you can’t go wrong. You can only benefit from that.”. Er hat auch gute Gründe für schüchterne Personen, wie ich es einer bin, um unser Code zu teilen:

Besonders lustig ist seine Theorie darüber, wie Leute auf ihre Rechner schauen. Er hat dafür eine App gemacht, die Gesichter erkennt, fotografiert und die Fotos an ihn sendet. Er installierte die App in die Rechner eines Apple Stores in NY und erhielt sogar ein Foto von einem der Apple-Hauptentwickler. Danach hatte er Probleme mit ihnen und den Behörden :). Andere Programmierer-Vorträge hörten wir von Karsten Schmidt und Casey Reas. Reas ist der Entwickler von Processing. Er redete darüber wie man mit Creative Coding Kunstwerke mit Code entwickeln kann. Das Ende des Festivals war der beeindruckende Vortrag mit Joachim Sauter von ART+COM. Er hat nicht nur über die Projekte, die sie gemacht haben gesprochen, sondern auch über die Konzeption- und Umsetzungsprozesse und von der Grundidee bis zum Endprodukt. Er erwähnte aber auch die Probleme und Bugs in der Umsetzung.

Das Resumee unseres Besuches ist: obgleich die Resonate ein junges Festival ist, spürt man, dass es mit viel Leidenschaft organisiert wurde. Wir fanden es schade, dass es am ersten Tag so wenige Workshop-Plätze gab, obwohl ich letztendlich doch an einem teilnehmen konnte. Ich hatte als Programmierer ziemlich Glück, dass so gute Leute, die ich schon lange bewundere, wie Golan Levin, Kyle McDonald oder Casey Reas, im Programm waren. Ich lernte aber auch andere Leute kennen, welche mich sehr inspirierten. Wir hoffen, dass das Festival weiter bestehend bleibt. Es hat großes Potential!

Wieder zurück in Berlin, sind unsere Köpfe voll mit neuen Ideen. Belgrad, wir sehen uns nächstes Jahr!